Kunst in der Fertigungshalle
László Szabo stellt aus/Tag der offenen Tür
Wie in WEGAphon intern 1/78 berichtet, kommt vom 9. bis 11. Februar 1978 László Szabó nach Fellbach zu WEGA. Szabó ist einer der bedeutendsten Vertreter moderner Bildhauerei.
László Szabó wird am 8. September 1917 in Debrecen im Herzen der ungarischen Puszta geboren. Seine ersten Eindrücke, das Leben in der Steppe, die Freude an Pferd und Land begleiten ihn auf seinen Weltreisen. Er studiert an den Universitäten Debrecen, Lausanne, Genf und Paris. Gleich bei seiner Ankunft in Paris 1947 wendet er sich der neueren Skulptur zu. Gemeinsam mit den besten Vertretern der Pariser Schule lPenalba, Stahly, E. Martin etc.) gründet er die Gruppe der „Quinze sculpteurs", die immer noch Kernpunkt der zeitgenössischen französischen Skulptur ist. Szabó Skulptur „Traumschloss" in franz. Staatsbesitz) wird 1951 im Salon des Réalités Nouvelles (Musée d'Art moderne, Paris)gezeigt und ist nach den Werken Gaudis, den Szabó Forschungsarbeiten bekannt gemacht hatten, die erste Skulptur-Architektur. Szabós Wirken geht von eingehenden Studien über Form und Raum aus, Kunst muss von der Zeit unabhängig sein. Aufgabe des Künstlers ist es, die Begriffe von Form und Raum umzubilden, um sie in die Bereiche des Alltäglichen einzuführen und das Leben besser zu machen und schöner zu gestalten. Szabó unternimmt wahre Pilgerfahrten zu den Urvölkern und lebt im Hohen Norden mit den Eskimos zusammen (1953). „Kindliche Reinheit und Unbefangenheit sind für den Künstler von größerer Bedeutung als alle Universitäten der Welt." sagt Szabó, der die Bildhauerkunst als eine Vordeutung auf eine neuartige Architektur auffasst.
Szabós Atelier ist als bewohnbare Skulptur gestaltet. Hier besucht ihn Le Corbusier (1948) und sieht die kurvig schwingenden Mauern der Höhle, die später in der Kirche von Ronchamp (1950 - 53) zu einem neuen Stilmerkmal werden. Szabós Atelier erhält den Namen „Académie du Feu” und wird zu einem Treffpunkt für Bildhauer und Maler, Arbeitsstätte für viele, die ihren Weg zu eigenen künstlerischen Möglichkeiten suchen, so unter anderem Alicia Penalba. Durch seine Akademie in Paris hat Szabó großen Einfluss auf die Jugend (Japan, Nord- und Südamerika, Australien). Einige der besten Künstler Japans leben jahrelang in seinem Haus und arbeiten mit ihm (Sugai,Tabuchi etc.) 1957 errichtet E. Martin seine ersten „Residenzen", überall in der Welt entstehen Skulpturen-Bauten. Szabó selber empfindet es als Überraschung, dass seine Vorstellungen so rasch zur Wirklichkeit werden. 1956 erscheint im Katalog zum „Salon de la jeune sculpture" ein Bild von Szabós „Solitude", wo zum ersten Mal in der Geschichte der zeitgenössischen Skulptur Formen gezeigt werden, die in ihren Ausgangspunkten zwar voneinander getrennt sind, doch in der angepassten, das heißt monumentalen Größe durch die Gliederung von Raum und Form in Beziehung zueinander gebracht werden. Viele Künstler machen sich diese Entdeckung zunutze. Szabó wird von den großen Architektur-Zentren um Mitarbeit ersucht, so auch von dem Architectural Art Center of San Francisco, wo er als einer der größten zeitgenössischen Bildhauer betrachtet wird. So ist es deutlich, daß Szabós tiefgreifende Forschung über Zeit und Mode hinaus gültig ist. Kunst ist für ihn Glaubenssache. Szabós Skulpturen sind u.a. in den Sammlungen Henry Moore, Robert Vrinat. Musée Rodin, Kunsthalle Mannheim. Monumental-Skulpturen stehen in Deutschland u.a. in Hannover, Mainz, Mannheim, Osnabrück und München.
Wichtige Ausstellungen:
seit 1947 Salon de la ieune sculpture Paris
seit 1951 Salon des réalités nouvelles, Paris
seit 1952 Salon de mai, Paris
1954 Galerie de Conninck, Paris (mit Stahly, Penalba, E. Martin etc.)
1955 Galerie Numero, Fierenz
1956 Vaison la Romaine (mit Calder, Arp, etc.)
1957 Kunstgewerbemuseum, Zürich, Biennale de l école de Paris, Paris, Galerie Breteau (mit Stehly, César, Penalba, E. Martin)
Galerie One, London
Galerie Stadler, Tours
(unter der Dir. von M. Tapies)
1958 Galerie Claude Bernard (mit Moore, Laurens, Brancusi etc.) Montreal, Kanada (mit der Pariser Schule)
1959 Biennale Carrara, Biennale Florenz
1960 Museum Toulon
1963 Art + Maui, Paris (mit Max Ernst, Picasso, G. Richier)
1965 Concours international San Francisco
1966 Galerie Claude Bernard, Paris
1968 Court Gallery, Kopenhagen, Nationalmuseum, Budapest; Neues Kunstzentrum, Hamburg
1969 Galerie Ben Wargin, Berlin
1972 Parlamentarische Gesellschaft, Bonn; 1. Preis Olympia Skulpturenwettbewerb München
1973 Kunsthalle Mannheim; Gutenberg-Museum, Mainz; Flughafen, Frankfurt
1975 Heidelberg, Kurpf. Museum + Institut Francais
1976 Kulturhaus Wiesloch; Museum Castillo de San José – Lanzarote, Spanien
Am Samstag: Tag der offenen Tür im Rahmen der Ausstellung einer Vielzahl von Szabós Plastiken ist geplant, einen Tag der offenen Tür durchzuführen. Während diesem Tag der offenen Tür gibt WEGA allen Bekannten und Verwandten der Mitarbeiter sowie der 99 samten Fellbacher Öffent-
Ausschnitt aus: WEGAphon vom ?
WEGA (württembergische Radiogesellschaft, 1923 in Fellbach gegr., 1975 an Sony)